100 Jahre - Blaskapelle Rittershausen Blaskapelle Rittershausen e. V.

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Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg

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Wiedergründung und Neuordnung
Nach dem 2. Weltkrieg dauerte es einige Zeit, bis unsere Kapelle wieder geordnet war. Erst 1950 konnte mit der Ausbildung von Jungmusikern, welche erneut von Karl Müller aus Sonderhofen durchgeführt wurde, wieder eine passende Spielstärke erreicht werden. Von den früheren Musikern blieb nur eine Handvoll übrig, als einziges noch aktives Gründungsmitglied war weiterhin Josef Wolz dabei. Die Musikproben wurden, wie schon vor dem Krieg, in seiner Schreinerwerkstatt abgehalten. Die musikalische Leitung der Kapelle übernahm Karl Müller. Einer der ersten Auftritte der wiedergegründeten Kapelle war die Hochzeit des mittlerweile als Vorstand fungierenden Tenorhornspielers Ludwig Spänkuch 1952.

Weitergabe der Gründungsinstrumente
Zu jener Zeit war es üblich, dass musikinteressierten Kindern für die erste Zeit eines der Gründungsinstrumente verliehen wurde, bis ein eigenes erworben werden konnte. Die Verwaltung der Instrumente übernahm Josef Wolz. Damit wurde auch sichergestellt, dass die Instrumente noch Jahrzehnte nach ihrem Erwerb in einem spielbaren Zustand gehalten werden konnten.

Hochzeit von Sebastian und Klothilde Scheckenbach
Am 12.05.1959 feierte unser Musikkollege Sebastian Scheckenbach Hochzeit. Wie üblich begleiteten wir das Brautpaar von der Kirche zum Jubelhaus, der sogenannten Fuchsenmühle. Dort wurde gefeiert, gesungen und natürlich musiziert bis zum frühen Morgen. Als einige Mitglieder unserer Blaskapelle zusammen mit den letzten Gästen zurück ins Dorf liefen, wurden spontan nochmals die Instrumente zur Hand genommen. So zog man laut spielend durch die Straßen, während der Morgen graute. Einige Zuhörer jedoch legen Wert auf die Feststellung, dass aufgrund der alkoholbedingten reduzierten musikalischen Qualität dem Morgen graute.

Dirigentenwechsel
Mitte der 1950er Jahre übernahm Ludwig Spänkuch, aufgrund des Wegzugs von Karl Müller, neben dem Vorstands- auch das Dirigentenamt. Neu hinzugekommene Jungmusiker wurden von einem Musiklehrer namens Wallenstein aus Giebelstadt ausgebildet. Unser erster Auftritt mit den Jungmusikern erfolgte am 31.05.1955 im Rahmen des goldenen Priesterjubiläums von Dr. Anton Ott.

Gespielt wurde in dieser Zeit hauptsächlich zu kirchlichen Anlässen. Wie so oft war auch hier das Zusammenspiel von jungen und alten Musikern nicht immer ohne Reibungsverlust. Die Älteren trauten dem Können der Jungen noch nicht, diese wiederum wussten sehr wohl um ihre Stärken. So kam es, dass die jungen Flügelhornspieler Josef Düchs und Walter Scheder zum Ende von Prozessionen absichtlich immer leiser spielten, wohlwissend, dass den älteren Musikkollegen langsam die Puste ausging. Kurz bevor dann überhaupt keine Melodiestimme mehr zu hören war, ließen sie ihr Flügelhorn plötzlich wieder laut erklingen und den Senioren wurde klar, dass sie ohne die Unterstützung der Jungmusiker nicht mehr auskommen werden.

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