100 Jahre - Blaskapelle Rittershausen Blaskapelle Rittershausen e. V.

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Zwischen den Weltkriegen

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Der erste Weltkrieg und die Folgen
So vergingen die Jahre bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges. Es wurde ein Großteil unserer Musikanten eingezogen, die Blaskapelle Rittershausen kam zwangsläufig vorübergehend zum Erliegen. Unsere Musikkameraden Andreas Hergenröther und Adam Spänkuch sahen die Heimat nicht mehr.

Nach Kriegsende war Musiklehrer Adam Rief nach Miltenberg verzogen. Es wurden mit größter Mühe die früher gängigen Stücke wieder einstudiert. Franz Süßmeier aus Hopferstadt brachte dann etwas Ordnung in unsere Kapelle und sorgte für die Ausbildung von Nachwuchsmusikern. Gespielt wurde hauptsächlich bei kirchlichen Anlässen im Ort, so wie beispielsweise bei der Beerdigung von Pfarrer Josef Klug 1925:

Neuer Dirigent Karl Müller
Nachdem Anfang der 1930er-Jahre Martin Reißmann krankheitsbedingt das Amt des Vorsitzenden abgeben musste, übernahm für ihn Josef Wolz. Dadurch wurden auch die Musikproben in seine Schreinerwerkstatt verlegt. Er konnte mit Karl Müller aus Bieberehren, später wohnhaft in Sonderhofen, einen jungen und engagierten Musiklehrer gewinnen. Karl Müller brachte die Musik schnell wieder auf die Höhe und die von ihm neu ausgebildeten Jungmusiker kamen bald gut mit. So konnte dank Müllers Unterstützung auch wieder zum Tanz aufgespielt werden

Hochzeit von Heinrich und Barbara Grieb am 09.05.1939
Schon immer war es für uns eine Ehre und Pflicht, bei der Hochzeit von Musikkollegen aufzuspielen. Zu der damaligen Zeit lief es üblicherweise so ab: Am Vormittag spielte man zum Kirchgang, am Nachmittag im Haus und am Abend wurde das Brautpaar mit Musik zur Gastwirtschaft begleitet, wo es nicht selten bei flotter Tanzmusik morgens 05:00 Uhr wurde. Unser verstorbener Ehrenvorsitzender Ludwig Spänkuch erinnerte sich später besonders gern an diese Hochzeitsfeier.

Vermutlich war dies der letzte Auftritt unserer Blaskapelle in dieser Besetzung, denn schon kurze Zeit später brach der Zweite Weltkrieg aus. Es wurden etliche Musikkameraden eingezogen und die Kapelle damit erneut lahmgelegt. Unsere Musikkameraden Johann Endres, Michael Hofmann, Peter Muhler und der Bräutigam Heinrich Grieb mussten den Krieg mit ihrem Leben bezahlen.

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